Ihr Spezialist für FKK-Urlaub in Charco del Palo

Vulkanlandschaft hautnah erleben

Vulkan Wanderung auf Lanzarote im Timanfaya Naturpark

Ein Anruf von Herrn Lässig erreicht mich nachmittags. Gutes Timing, denn mindestens einen Tag vor der Wanderung soll die Teilnehmerzahl feststehen. "Wie viele Personen sind Sie bitte?" will ich wissen. "Acht." antwortet Herr Lässig. "Nun prima, haben Sie alle gutes Schuhwerk dabei?" "Selbstverständlich, bis auf Herrn Ordentlich, der hat leider nur Straßenschuhe dabei." "Aus Sicherheitsgründen und  aus Erfahrung besteht da leider überhaupt keine Chance mit solchen Schuhen über scharfkantige Lava zu wandern", versuche ich sanft zu erklären. "Ja, ja, Herr Ordentlich dachte sich das schon und wird einen schönen Tag am Strand verbringen.

Wo treffen wir uns und wann?" "Ich werde Sie mit dem Bus an Ihrem Hotel um 9:30 Uhr abholen. Bitte nehmen Sie für die Rast eine kleine Verpflegung mit und vor allen Dingen viel Wasser zum trinken". Da auf Lanzarote die Sonne sehr intensiv scheint, bitte ich Herrn Lässig noch eine entsprechende Kopfbedeckung sowie Wind- und Sonnenschutz mitzunehmen. Alle sieben Personen erwarten mich pünktlich. Der Kleinbus bringt uns zum Ausgangspunkt der Wanderung. Um die müden Knochen etwas in Schwung zu bringen trinken wir alle in einer einheimischen Bar noch einen starken Café solo. Beim Start erkläre ich den Ablauf des Tages.

Wir haben ca. 4 Std. Wanderzeit. Bevor wir zu einem großen Lavafeld kommen, beschreibe ich die großen Vulkanausbrüche von 1730 bis 1736. Hier fällt mir Frau Altklug ins Wort und bemerkt, daß die Explosionen 6 Jahre dauerten. Da kann ich allerdings nicht zustimmen, denn es gab jahrelange Pausen zwischen den Ausbrüchen. Wir stehen im Zentrum des damaligen Infernos. Es sind insgesamt 142qkm mit Asche und Steinen bedeckt. 52qkm davon sind als Naturpark ausgewiesen und unter Schutz gestellt." Stellen Sie sich eine 8km hohe Aschensäule vor, diese Magmaprodukte kamen wiederum aus einer Tiefe von 50 - 70 km!"  Meine Gäste sind beeindruckt. Kaum vorstellbar, daß unter uns 9 Dörfer und 2 Gehöfte begraben sind.

Ein interessantes Erbe wurde hinterlassen: eine ausgebrannte Mondlandschaft, ein eindrucksvolles Abbild der Urgewalten. Pfarrer Curbelo von Yaiza gab die einzige zeitgenössische Beschreibung der historischen Eruptionen ab. Allerdings, erzähle ich weiter, beobachtete er nur vier Monate lang dieses Spektakel. Seine Pfarrkinder verloren schließlich vollends die Nerven und so begleitete er sie bei der Auswanderung nach Gran Canaria. 

Nun ist erst einmal genug erklärt; ich fordere auf, den Lavafluss zu durchschreiten und das mystische Schwarz wirken zu lassen. Nicht nur Herr Wissensdurst ist begeistert von der Vielfalt der Flechten. Schreiend gelb oder auch unauffällig aschgrau sind sie gefärbt. Sie sind die Vorboten von Leben auf der nackten Lava. Nach knapp einem Kilometer fällt mir Frau Jammerlappen auf, die sichtlich froh ist, sich auf einen Lavabrocken setzen zu können.

Wieder wird's interessant. Vor uns liegt ein 12 km langer Lavastrom. Laven verändern ihr Erscheinungsbild oft innerhalb ein und desselben Flusses. Wenn die dünnflüssige Lava in einem relativ ebenen Gelände erstarrt, bildet sie wie im Lavasee die glatte Pahoehoe-Oberfläche. Dies ist ein hawaiianischer Ausdruck, der besagt, daß man darauf barfuss gehen kann. Wenn sie außen bereits Kruste bildend, von innen noch einem sanften Fließdruck ausgesetzt ist, bilden sich Falten oder Wülste, auch Stricklaven genannt. 

Wenn allerdings durch erkalten die Lava kristallisiert, reißt sie auf und durch nachrückende Lava entstehen skurille Gesteinsformationen, die unserer Phantasie keine Grenzen setzen. Diese Lava bezeichnet man als Aa-Lava. Ein Schmerzenslaut der Polynesier, als sie versuchten ebenfalls barfuss darüber zu laufen, schrieen sie Ah, Ah! Herr Lustig lacht prustend.
Unser verschlungener Pfad zeigt uns alle Varianten von Lockerprodukten, so genannten Tephra, so auch die Lapilli (ital. Steinchen), die sogar alte Vulkane als junge maskiert hat und damit den Trockenfeldanbau ins Leben gerufen hat. Aber das ist nicht Thema unserer Wanderung.

Nach weiteren 12km setzen wir uns auf eine Lavabombe zum Fotografieren. Bomben sind Vulkanauswürfe, die in die Luft geschleudert werden und bei der Rotation erkalten und dadurch ihre runde Form erhalten. Die größte Bombe auf Lanzarote wiegt 14 Tonnen! Die Lava hinter uns lassend, erreichen wir den Fuß der Caldera Blanca, wo wir auf die endemische Pflanze, der Tabaibai stoßen. Der Tabakbaum aus Südamerika blüht ganzjährig gelb und wird im Volksmund "Bobo" bezeichnet, der Dumme. Der anspruchslose Baum hat sich über das gewollte Maß hinaus vermehrt und findet sich auf der gesamten Insel wieder. Eigentlich ein undankbarer Name...

Nun befinden wir uns in dem ältesten Teil. Denn die Caldera Blanca ist ein Altvulkan und Wissenschaftler schätzen ihn auf ca. 700.000 Jahre. Er grenzt sich farblich deutlich von der schwarzen Lavastraße ab. Es gibt in der Nähe noch weitere ältere Krater innerhalb des Lavafeldes, die von der Lava umflossen wurden und wie Inseln aus ihr hervorragen.

Ein komplett anderes Bild bietet sich dem Betrachter kurz darauf. Feigenbäume strotzen mit ihrem Grün auf schwarzem Untergrund. Ein Eldorado für Fotografen. Nun führt der Weg durch alte Gartenanlagen und Sisal-Agaven-Felder. Hier beginnt der Aufstieg! Nach 45 Minuten sind wir am Gipfel auf 458 Metern. Jetzt liegt uns der ganze Nationalpark Timanfaya zu Füßen. Wussten Sie, daß erst ab 600 Metern ein Vulkan als Berg bezeichnet werden darf? Dann endlich kommt die verdiente Pause.

Nach einer weiteren Stunde treten wir den Rückweg an. Diesmal- sofern der Wind es zulässt- auf der anderen Seite des Kraterrandes. Und heute ist der Wind erträglich. Wir saugen nun schweigend die Landschaft in uns auf. Man bekommt ein Gefühl wie an den Polen des Magnetismus.   

Olivin-Edelsteine und wunderschöne Lavasteine möchten meine Gäste gerne als Mitbringsel vom Boden aufheben und mit nach Hause nehmen. Ich bemerke, dass täglich tonnenweise Steine in den Hotels liegengelassen werden. Die Kanarische Regierung genehmigt Wanderungen durch Naturschutzgebiete, gibt verständlicherweise die Verantwortung für den Artenschutz, Flora und Fauna an die Wanderführung. Alle nicken verständnisvoll und üben Verzicht. Ich bin dankbar und verspreche noch eine Einkehr in eine typische Bar.

Wir sind alle durstig und freuen uns auf ein erfrischendes Getränk. Einige der Teilnehmer lassen, ganz in sich gekehrt, ihre Eindrücke noch mal Revue passieren. Andere teilen sich "ihre" Highlights mit. Jeder hat seine individuellen Erinnerungen. Alle haben eins gemeinsam: Die Gewalten die in den Vulkanen gewirkt haben müssen, sind unfassbar. 

 
Sonnenuntergang auf Lanzarote von Charco del Palo aus gesehen

Gerne vermitteln wir Ihnen auf Ihre Wünsche abgestimmte, geführte Wanderungen hier auf Lanzarote
Kontaktformular für geführte Wanderungen.

Suche4all.de Webkatalog und Webverzeichnis
Webliga-Webkatalog
Webkatalog für Reiseseiten
Hier gehts zur Topseiten Reise & Urlaub
Reise & Touristik-Katalog Austria
Vipsplace - Die Web Directory
Kello´s Reisewelt Hotels, Ferienwohnungen, Reiseberichte und vieles mehr.

Letzte Aktualisierung:
3.11.2008

 

 

Copyright © 2007-2008 bei Mariposa Canarias S.L.   www.mariposa-canarias.com   -   Alle Rechte vorbehalten.